Wahrscheinlich begann alles in der Kirche meines kleinen Heimatdorfes an der Obermosel. Schon als kleines Mädchen war ich begeistert und berührt vom Klang der großen Orgel, besonders wenn Johann Sebastian Bach gespielt wurde. Ich war überzeugt, dass ich auch so Orgel spielen lernen wollte. Nach anderthalb Jahren Heimorgel-Unterricht im Grundschulalter (die gar nicht so klang wie die Kirchenorgel), schwenkte ich auf Klavier um und stellte mir die Bach-Büste drauf. Mit 16 Jahren dann des Übens müde, mit  anderen Interessen, hörte ich mit dem Unterricht auf. Bis dahin hatte ich es nicht dazu gebracht, frei spielen zu können, ohne Noten und Ängsten wenn jemand anderes im Raum war. Lag es an der Lehrerin, an mir, meinem Perfektionismus, meinen Ängsten, an zu wenig oder zu viel üben, ich konnte nur vom Blatt spielen, hatte Angst Fehler zu machen und vor Publikum zu spielen. So ging es mir auch im Kirchen- und Schulchor, in denen ich als Kind und Jugendliche sehr gerne sang, aber immer, wenn mir jemand vorschlug, ein Solo zu singen, war ich weg. So begleitete mich die große, alte Musik des 17., 18. und 19. Jahrhunderts die nächsten Jahre nur auf CDs, parallel zu den neuesten Radiohits. Ich hörte eigentlich alles. Klassik, Heavy Metal, Pop, Schlager, je nach Stimmung. Irgendwie war mir damals schon bewusst, dass Musik meine Stimmung beeinflusst. 

 

2009 machte ich eine Ausbildung in Klangschalentherapie, kaufte mir tibetische Klangschalen und Tam-Tam-Gongs und begann Menschen zu Entspannungszwecken zu "bespielen". Ich lernte viel über die Kraft der Schwingungen - Nada Brahma - alles ist Klang. In den folgenden Jahren bot ich mit einer Gruppe von befreundeten Klangtherapeuten zu Zehnt für Gruppen sogenannte "Klangrotationen" an, in denen wir zwanzig Gongs und 90 Klangschalen bei Klang-Entspannungs-Sessions einsetzten. Ich nahm an Coaching-Seminaren zum Thema Voice-Toning teil, eine therapeutische Arbeit um mit der Kraft der Stimme Hemmungen und Blockaden im Körper zu lösen. 

 

Der Wunsch, wieder zu singen und ein Instrument zu spielen war latent immer da. So begann ich mit Mitte Dreißig eine zweijährige Grundausbildung in Gesang Rock/Pop bei einer ehemaligen Opernsängerin und nahm anschliessend zwei Jahre Klavierunterricht an einer luxemburgischen Musikschule. Von Sommer 2018 bis November 2019 sang ich in einem Chor namens Klangvoll/k, seit Februar 2020 bei den Luxembourg Jazz Voices. 

 

Noch immer besuche ich in Städten oftmals zuerst die Kirche, in der Hoffnung Kirchenorgeltöne zu hören, und wenn ich in den Genuss komme, bekomme ich nicht selten eine Gänsehaut und Tränen in die Augen. Musik berührt mich, durchfließt mich, lässt mich fühlen, was in mir ist. Klassische Musik ist ein enger Begleiter geworden; einige meiner Lieblingsstücke habe ich in einem Blogartikel Anfang 2018 zusammengefasst.

 

Intuitiv nutze ich Musik und meine Stimme "therapeutisch" (wenn man es so nennen will) um mich zu entspannen, zu beruhigen, zu lockern, etwas zu lösen, in die Gänge zu kommen, mich zu weiten, Emotionen in Fluß zu bringen.

 

Klang ist überall, die Natur vibriert vor Klang. Klang ist Leben, Klang ist Bewegung und der Höhepunkt des Klanges liegt in der Stille zwischen den Tönen, wenn man beginnt, dorthin zu hören. 

 

- Sardinien & Toskana - Jazz-Gesangsworkshop bei Fola Dada (Juli 2020)

 

- Leipzig - Jazz-Gesangsworkshop bei Karolina Trybala (September 2020) 

 

Helge Schneider erklärt Jazz

"Die Stimmung der Welt"

"Johann Sebastian Bach - Der Film"

"Klang der Stille"

"Der Wagner-Clan"

"Wie im Himmel"

"Vier Minuten"

Blogartikel vom 19. August 2019